Für ElectronicPartner sind täglich 70 LKWs auf deutschen Straßen unterwegs. Einer von insgesamt 83 Fahrern ist Martin, er fährt seit 21 Jahren für ElectronicPartner. Im gesamten Bundesgebiet, sorgen er und seine Kollegen täglich für eine pünktliche und bruchfreie Lieferung. Ich wollten mehr erfahren über die Herausforderungen, denen sich unsere Fahrer Tag für Tag stellen. Kurz entschlossen haben wir Martin einen Tag lang begleitet.

5:00 Uhr: Beladen
Jeden Morgen, um diese Zeit belädt Martin seinen LKW. „Sonst fahre ich keine 30 Minuten und stehe das erste Mal im Stau“, so Martin. Er fährt insgesamt zwei Touren. Heute fahren wir Tour „11370 Niederhein“, die er jeden zweiten Tag fährt.
5:45 Uhr: Abfahrt
Abfahrt ist spätestens um kurz vor sechs. Doch bevor es losgeht, schaltet er das Kontrollgerät in dem LKW an und steckt seine Fahrerkarte hinein. Die Fahrerkarte ist ein Speicherchip, der zusammen mit dem digitalen Kontrollgerät dem Aufzeichnen der Fahr- und Arbeitsdaten und zur Kontrolle des Fahrpersonals dient. Die europäischen Richtlinien sind streng und sehen vor, dass sich alle Fahrer an die genauen Pausenregeln halten. Täglich dürfen sie eine Lenkzeit von neun Stunden nicht überschreiten. Nach viereinhalb Stunden macht das Gerät im LKW auf eine erste Pause aufmerksam, in dieser Zeit darf sich der LKW nicht bewegen.
10:15 Uhr: Fahrt nach Plan
Händler für Händler wird die bestellte Ware ausgeliefert. Zu den meisten von ihnen hat er ein freundschaftliches Verhältnis. Nach 21 Jahren ist das allerdings keine Überraschung. Von der Waschmaschine bis zum Radiowecker, heute ist die LKW-Ladung sehr vielfältig. „Das passt zu den Händlern, die wir heute besuchen. Jeder hat sein ganz spezielles Sortiment. Und je abwechslungsreicher die Ladung, desto spannender der Tag“, so Martin.

13:30 Uhr: Mittagspause
Wir sind immer noch im Zeitplan. Trotz des schlechten Wetters haben wir Glück: bisher gab es auf unserer Route keinen Stau. Im LKW ist es gemütlich warm, aber die Sicht ist beängstigend gering. Kein Grund zur Sorge, denn Martin kennt die Route aus dem ff, ihn bring so leicht nichts aus der Ruhe. Seine Erfahrung ist bei jeder Bodenwelle, bei jeder Bremsung, bei jeder Lenkbewegung spürbar. Endlich ist soweit, halb verhungert erreichen wir Martins Lieblingsimbiss auf der Tour. Während des Essens frage ich nach dem LKW, und Martin gerät ins Schwärmen: 180 PS, verteilt auf 7,5 Tonnen. Pure Kraft. „Ende des Jahres bekomme ich ein neues Baby. Mein jetziger Mercedes 818 hat mittlerweile 320.000 km auf dem Buckel. Wenn ich dürfte, würde ich auch privat LKW fahren, für mich gibt es nichts Besseres“.
14:00 Uhr: Weiter geht’s
Nach dem Mittagessen fahren wir zu EP:Böing in Bocholt. Dort treffen wir nicht nur auf die freundlichen Mitarbeiter, sondern auch auf zwei Hunde. „Die beiden erwarten uns schon“, erklärt mir Martin, „denn sie erkennen mittlerweile schon das Motorgeräusch und wissen genau, dass ich Leckerlis mitbringe. Ich habe selber einen Hund, mag diese Tiere einfach richtig gerne“. Und tatsächlich, während des Ausladens müssen die Beiden an die Leine, denn sonst ist es ihm unmöglich, vernünftig zu arbeiten.

15:00 Uhr: Glück im Unglück
Der LKW ist leer, alle Händler haben pünktlich ihre bestellte Ware bekommen. Martin freut sich, „dass heute wirklich alles gestimmt hat. Normalerweise stehe ich mindestens einmal im Stau“. Soweit so gut, nach einem langen Tag freuen wir uns auf den verdienten Feierabend. Doch dann der Schock: Beim Kreuz Breitscheid werden wir auf der linken Spur von einem alten BMW überholt. Schlagartig verliert der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und bohrt sich in die Leitplanke, dreht sich um die eigene Achse und steht plötzlich 200 Meter vor uns quer auf der mittleren Spur. Die heran rauschenden Autos fahren links und rechts vorbei. Martin reagiert geistesgegenwärtig, zieht auf die mittlere Spur, bremst seinen LKW ab bis wir stehen und schaltet die Warnblinkanlage an. Vor uns der BMW, der Fahrer kann zum Glück aussteigen, ein anderer Fahrer eilt ihm herbei. Währenddessen schnappt sich Martin seine große Warnleuchte, steigt aus und stellt sich hinter seinen LKW: Er warnt die kommenden Autos. Als die Polizei eintrifft, übernimmt sie die Sicherung der Unfallstelle. Wir können problemlos weiterfahren. Ich bin geschockt, erstaunt und beeindruckt mit welcher Selbstverständlichkeit Martin mutig geholfen hat.
16:30 Uhr: Ankunft am Lager in Düsseldorf
Ein sehr interessanter, aufregender und spannender Tag geht für uns zu Ende. Und ich bin mir ab jetzt ganz sicher: Der Beruf des LKW Fahrers ist weitaus anspruchsvoller als viele denken.



